„Integration mit Herz und Verstand –
LandFrauen schaffen Begegnungen“

So heißt das Dreijahresthema des Niedersächsischen LandFrauenverbandes Hannover. Die LandFrauen haben sich damit eine anspruchsvolle, aktuelle und wichtige Aufgabe gestellt, unterstreicht die Landesvorsitzenden Frau Otte Kienast. Von 2017 bis 2019 haben die niedersächsischen Landfrauen es sich nun zum Thema gemacht, ins Gespräch zu kommen, aktiv auf die Neuankömmlinge in den Gemeinden zuzugehen und Begegnungen zu schaffen.

Der LandFrauenverein Kirchgellersen hat diese Aufgabe im Sommer 2017 in die Tat umgesetzt. Die LandFrauen und die Flüchtlingsfrauen aus der Samtgemeinde Gellersen, alle samt Kindern, unternahmen einen gemeinsamen Ausflug in den Barfußpark Egestorf am Samstag, den 19. August 2017.

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Die Vorsitzenden der Kirchgellerser LandFrauen Irmtraud Hövermann (1. Vorsitzende) und Kim Nitsche (2. Vorsitzende) haben den Ausflug organisiert und sind dafür durch die Samtgemeinde gefahren und haben die Frauen persönlich eingeladen. „Schon hier gab es sehr nette Begegnungen und Gespräche. Seitdem haben wir uns sehr auf den Tag gefreut“, so Irmtraud Hövermann. Kim Nitsche: „Wir wollen als LandFrauen das Miteinander fördern und mit diesem gemeinsamen Ausflug ist das wunderbar gelungen.“

So haben sich am 19. August mit einem Reisebus und zusätzlichen PKWs 14 Landfrauen und 14 Frauen aus anderen Ländern und neu in der Samtgemeinde Gellersen mit insgesamt 34 Kindern auf den Weg gemacht. Es gab für alle Namensschilder mit Vornamen. So konnten sich alle ansprechen.

Mina war vor allem gespannt darauf, den Barfußpark kennen zu lernen. Die Schuhe kamen in die Schließfächer und los ging’s über verschlungene Pfade aus Rindenmulch, Glas, Tannenzapfen, Bäche und Baumstämme. Alle Frauen haben sich auf diese Naturerlebnisstationen eingelassen und mitgemacht. Es waren besondere Erfahrungen, sich zum Beispiel blind von einer anderen über eine Wiese führen zu lassen. Dafür haben sich immer je eine Flüchtlingsfrau und eine LandFrau zusammengetan. Das weckte Vertrauen. Ich kann mich auf die andere verlassen! Auch die Kinder machten begeistert mit. Sich festzuhalten und Halt zugeben, dass wurde auch beim Balancieren ganz einfach in die Tat umgesetzt. „Wir hatten schöne Erlebnisse. Bei den Aktivitäten wurden viele Berührungsängste abgebaut,“ so die begeisterten Teilnehmerinnen. Alle hatten viel Spaß miteinander.

Mitten im Park gab es dann ein Picknick, zu dem jede Frau etwas beisteuerte. Die Flüchtlingsfrauen haben hierbei ganz köstlich zum gemeinsamen Ausflug beigetragen. Sie haben typische Gerichte aus ihrer jeweiligen Heimat vorbereitet und mitgebracht.
Etwas aus dem Irak brachte „Kuba“ mit. Das ist ein „einfach köstlicher“ leckerer Kartoffelteig, gefüllt mit Reis, Paprika, Hähnchenbrust und Zwiebeln. Slava aus Syrien brachte „Halawet Jeben“ mit. Das ist ein süßer Käse als Nachspeise, dessen lockerer Teig mit Frischkäse gefüllt und süßer Soße übergossen wird. Ebenfalls „sehr lecker“! Aber aus Syrien hat geschmackvolles Brot gebacken, das mit Tomaten und Kräutern zusammengerollt war. Es wird „Krubes“ genannt und „allein der Kräutergeschmack war schon ein Erlebnis.“ Auch die Landfrauen hatten Leckeres anzubieten. Christinas Gemüseauflauf und Irmtrauds Kartoffelkuchen wurden von den Gästen ebenfalls fleißig probiert und auch sie waren begeistert.

Dabei ist schon eine neue Idee entstanden, mit der an dieses erste Miteinander angeknüpft werden kann. „Wir müssen Rezepte austauschen oder mal gemeinsam kochen,“ so das gemeinsame Fazit nach dem Picknick. LandFrau Christel Böhnke berichtet, dass viele neue Ideen für die Zukunft gesammelt wurden und dass alle sich in den Gesprächen ein Stück nähergekommen sind. Alle Gespräche wurden auf Deutsch geführt und die LandFrauen waren überrascht, wie gut und wie schnell die Frauen und Kinder die neue Sprache lernen.

Die Frauen haben sich sehr über die Einladung gefreut und erzählten, dass sie gern regelmäßigen Kontakt und Austausch zu anderen Frauen haben möchten. Sie möchten sich auch einbringen und sagen, „wir wollen voneinander lernen.“ Auch ihre Männer wünschen sich mehr Kontakt zu den Deutschen.

Es war eine sehr gelungene Begegnung. Die Frauen bedankten sich herzlich bei den LandFrauen für die tolle Idee und diesen wunderbaren Tag! Die LandFrauen und unter ihnen die Jungen LandFrauen mit ihren Kindern haben den Tag ebenfalls sehr positiv erlebt. Kim war mit ihren Töchtern Emma und Matilda dabei: „Der Ausflug hat uns viel Freude bereitet und es sind schöne Kontakte entstanden.“